Die „Luther-Strategie“

Was hat „Sprachstrategie“ mit dem Reformationsjubiläum 2017 zu tun?

„Wer die Menschen erreichen will, bespielt die gesamte Klaviatur, spricht von
360 Grad-Kommunikation und seiner Crossmedia-Strategie“
heißt es auf www.luther2017.de zum Themenjahr 2015 Bild und Bibel. Weiter lesen wir: „Um eine Übersetzung in eine für alle deutschsprachigen Menschen verständliche Sprache zu ermöglichen, erfindet er [Luther] neue Wörter wie Lückenbüßer oder Machtwort und versucht, eine einheitliche Schreibweise durchzusetzen.“

Luther war ein Sprachschöpfer und Sprachstratege

Sollte es Zufall sein, dass Luther …

  • Wortbilder mit starker Assoziationskraft schuf?
  • dem „Volk aufs Maul“ schaute?
  • für Predigten viele hübsche, geblümte Worte empfahl, die eine feine, buntfarbene Rede prägen?
  • er eine einheitliche Schreibweise durchsetzen wollte – sprich Rechtschreibung und Terminologie?

Mit der Übersetzung durch zugängliche Worte hat Martin Luther aus unserer Sicht ganz gezielt – und damit strategisch – die deutsche Sprache geprägt und Medien genutzt. Ein Zeichen der Stärke dieser „Luther-Strategie“: etliche der Worte aus seiner Zeit sind noch heute Bestandteil der Gegenwartssprache, ob bewusst oder unbewusst genutzt.

 

Im Rahmen der Lutherdekade geht es vor allem um Hintergründe zur Reformation

Anlass für uns, die „Sprachreformation“ aufzugreifen, in die Zeit hier und jetzt zu übertragen und praktisch anzuwenden. Luthers „dolmetschen“ war mehr als das Übersetzen der Bibel von der lateinischen Ausgangs- in die deutsche Zielsprache. Der Sprachschöpfer übersetze auch zwischen den Zeilen. Heute heißt diese Vorgehensweise „Customer Translation für Omnichannel Communication“
(A. Förster, Kundenkommunikation, Frankfurt, 2014).

 

Die reformierte Sprache

Luther beeinflusste mit Worten das Volk einschließlich ihrer Fürsten. Er hat sich als der verstanden, der reformiert. Er reformierte Kirche und er reformierte die Sprache. Und so erklärt es sich, weshalb wir als Luther 2017 Partner Sprachstrategie vermitteln und als Grundlage unserer Veranstaltungen Wörter aus dem Neuen Testament nutzen. Unser Ziel: Möglichst viele Menschen sollen mit treffenden Worten Botschaften gestalten, überarbeiten, umbilden und verändern können. So entstanden die Initiativen zu den Life-Vorträgen im Internet und dem Buchprojekt „Luthers Strategie neu entdecken„.

Wir zeigen unsere textstrategischen Erkenntnisse, die wir aus den vier Evangelien gewonnen haben. Sie erfahren, warum wir 8.000 Wörter aus der Luther-Bibel neu sortiert haben. Sie erhalten Anleitung, mit welcher bewährten Methode es gelingt, seine Texte zu „übersetzen“ und dabei das „Maul des Volkes“ in den Fokus zunehmen.

So erreicht man mit treffenden Worten MEHR – im Sinne des Umgestaltens, des Reformierens von Inhalten und Botschaften, so dass man verstanden wird und beim Empfänger ankommt.

In unseren Life-Vorträgen spielen auch Wortbilder eine wichtige Rolle – ganz im Zeichen des Themenjahrs 2015 „Reformation – Bild und Bibel“.

Hans-Peter Förster
Klaus Lehmann